Sonntag, 5. Juli 2009

USA: Nur Firmen, die die Netzneutralität gewährleisten, sollen in den Genuss der Investitionen kommen.

Ein erstes Paket von 4 Milliarden US-Dollar für den Netz-Ausbau unterversorgter Gebiete hat die Obama-Regierung schon bereitgestellt, weitere 3,2 Millarden sollen folgen. Die Verteilung ist aber streng reglementiert: Nur Firmen, die die Netzneutralität gewährleisten, sollen in den Genuss der Investitionen kommen. Maßgebend ist das Federal Communications Commission's Internet Policy Statement, mit dem die Regierung verhindern will, dass einzelne Unternehmen Inhalte blocken oder die Übertragungsrate nach eigenem Ermessen drosseln. Die Richtlinien sehen vor, das den Kunden mindestens ein Downstream von 768 Kbps und ein Upstream von 200 Kbps geboten werden muss. Kabel-verwöhnten Anwendern mag das wenig vorkommen, es soll aber gewährleistet sein, dass selbst fernab dickerer Backbones der Ausbau in Gang kommt und auch Provider in chronisch unterversorgten Gebieten "auf dem Lande" in den Genuss der staatlichen Hilfen kommen können. Als unterversorgt sieht die Regierung Landstriche, in denen weniger als 50 Prozent der Haushalte einen Breitbandanschluss besitzen.

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Freitag, 3. Juli 2009

Twitter hatte im Mai 2009 weltweit 37,3 Millionen Nutzer...Tendenz steigend...

Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Comscore erreichte der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter im Mai 2009 weltweit 37,3 Millionen Nutzer.
In dem sozialen Netzwerk geben die Anwender in Kurztexten mit maximal 140 Zeichen Länge («Tweets») Antworten auf die Frage «Was machst Du gerade?», tauschen Links auf interessante Inhalte im Web aus oder verweisen auf Fotos und Videos. Auch Unternehmen nutzen Twitter zunehmend, um mit ihren Kunden zu kommunizieren oder Marketing für ihre Produkte zu betreiben.

Twitter-Anwender abonnieren die Mitteilungen anderer Benutzer, um sie regelmäßig lesen zu können. Die Abonnenten werden als «Follower» (engl. to follow = folgen) bezeichnet. Die Homepage von Twitter bietet auch eine Suchfunktion, über die man «Tweets» zu bestimmten Themen finden kann.
Ob Politiker, Hollywood-Star, Unternehmer oder Schüler - die Kommunikation über Twitter hat inzwischen alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfasst. Im politischen Umfeld wird Twitter derzeit viel beachtet, da Twitterer in Krisengebieten oder totalitären Staaten schon oft die einzigen verfügbaren Augenzeugen und Nachrichten- Quellen waren.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Die Gema wird zum 'Kultur-Vernichter'

"Die Gema wird zunehmend vom 'Kultur-Schützer' zum 'Kultur-Vernichter'." So lautet der Vorwurf einer Petition von musikschaffenden Künstlern und Veranstaltern gegen die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, die derzeit reißenden Zulauf verzeichnet. Über 83.000 Mitzeichner hat der Antrag an den Deutschen Bundestag bis dato gesammelt, der "das Handeln der Gema auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüfen" möge - bis 17. Juli läuft die Mitzeichnungsfrist noch. Nicht die Abschaffung der Gesellschaft sei Ziel der Petition, um den Schutz geistigen Eigentums auch weiterhin gewährleisten zu können. Vielmehr müssten die "Gema-Gesetze" einer Reform unterzogen werden, um die für Mitglieder vorgeblich existenzgefährdenden Bedingungen zu ändern.

Die komplexen Gema-Regeln sind nach Ansicht der Unterzeichner der Petition zu überarbeiten, um die Gebührenstruktur von zu hohen Kosten aufseiten der Veranstalter sowie zu niedrigen Tantiemen aufseiten der Musiker gerechter zu gestalten. In beiden Fällen würden die Bedingungen die Existenzen der Betroffenen gefährden. Dadurch sei die bundesweite Live-Kultur bedroht, weshalb sich die Verwertungsgesellschaft den Vorwurf der"Kultur-Vernichtung" gefallen lassen müsse. Auf Anfrage von pressetext war vonseiten der Gema bis Redaktionsschluss dieser Meldung keine Stellungnahme zu erhalten. Besonders in Hinblick auf die gescholtenen Kleinveranstalter habe die Gesellschaft jedoch Handlungsbedarf erkannt, ließ die Gema wissen.
"In Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechnung für Mitglieder, die Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten" sehen Musikschaffende und Veranstalter Reformbedarf. Sowohl die Mitglieder der Gema als auch jene anderer Verwertungsgesellschaften sollten "zu ihrem Recht kommen". Derzeit würden die Regeln weder ihnen noch der Musik im Allgemeinen gerecht. Angesichts der zu hohen Gebühren sähen besonders Kleinveranstalter immer häufiger von Konzertveranstaltungen ab. Dies beeinflusse in erster Linie Musiker, die wegen weniger Auftrittsmöglichkeiten zu geringe Tantiemeneinnahmen verzeichnen, um überleben zu können. Angesichts illegaler Musik-Downloads sind die Einkünfte von Musikschaffenden ohnehin eingebrochen. Gagen und Tantiemen aus Live-Konzerten stellen somit in den meisten Fällen die einzige Einnahmequelle von Künstlern dar.

pressetext.at

Mittwoch, 1. Juli 2009

Keine Anzeichen von massiver Internetsucht unter deutschen Jugendlichen

Nur vier von hundert Heranwachsenden in Deutschland sind nach einer aktuellen Studie der Berliner Humboldt-Universität exzessive Computernutzer.
Von Sucht könne nur bei 1,4 Prozent der 12- bis 19-Jährigen gesprochen werden, sagte Sabine Meixner vom Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie am Mittwoch auf einem Symposium bei Schwerin.

Frühere Untersuchungen relativiert

Damit würden frühere Untersuchungen relativiert, nach denen in Deutschland etwa 17 Prozent der Jugendlichen krankhaft auffällige PC-Nutzer sein sollen. Die Studie der Humboldt-Uni basiert auf einer Befragung von 5.200 Schülern in Hamburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zwischen 2005 und 2009.

35 Stunden pro Woche ist Sucht

Nach den neuesten Erkenntnissen sind junge Leute mit einem PC- Gebrauch von rund 35 Stunden in der Woche als süchtig einzustufen und ab 28 Stunden pro Woche als gefährdet.
Besonders häufig seien Jungen oder junge Männer betroffen. Ängstlichkeit, Einsamkeit, ein geringes Selbstwertgefühl, Überforderung, Kommunikationsstörungen und Depressionen begünstigen die Sucht, sagte Meixner. Die Flucht in die virtuelle Welt des Computerspiels oder in Chatrooms diene den jungen Leuten vor allem dazu, Probleme zu vergessen. Für eine repräsentative bundesweite Studie zur Internetsucht gebe es aber bislang keine ausreichenden Daten, räumte Meixner ein.

Dienstag, 30. Juni 2009

Schweinegrippe

Erstmals hat ein Schweinegrippe-Patient eine Resistenz gegen das Grippemittel Tamiflu entwickelt.

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Quelle:

Vertrag von Lissabon mit Grundgesetz vereinbar

Das Bundesverfassungsgericht hat den Ratifizierungsprozess in Deutschland zum EU-Reformvertrag von Lissabon vorerst gestoppt. Das Gericht sieht Defizite bei den Beteiligungsrechten in EU- Angelegenheiten von Bundestag und Bundesrat. Das Begleitgesetz zum EU-Vertragswerk sei verfassungswidrig, da es Bundestag und Bundesrat zu wenig Mitspracherechte einräume, hielten die Richter in ihrem Urteil vom Dienstag fest. Das Parlament und die Länderkammer seien bei der Übertragung von Rechten an die EU bislang nicht ausreichend beteiligt.
Die Ratifikationsurkunde zum Lissabon-Vertrag darf deshalb solange nicht hinterlegt werden, bis ein entsprechendes Gesetz in Kraft getreten ist, entschieden die Verfassungshüter. Dass das deutsche Zustimmungsgesetz zum EU-Vertragswerk mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar ist, ändert nichts daran. Bevor Bundespräsident Horst Köhler seine Unterschrift unter den Vertrag setzt, muss nun das Begleitgesetz nachgebessert werden. Durch das Urteil gerät der Bundestag unter Zeitdruck. Denn die EU möchte den Lissabon-Vertrag bis Ende 2009 in Kraft setzen.

Pressemitteilung Bundesverfassungsgericht

Montag, 29. Juni 2009

Pornographie mit Kindern wird als Waffe missbraucht - Jörg Tauss im Deutschlandfunk-Interview

Er ist der “erste Pirat im Parlament“: Ein Mann, der nach dem Ende seiner Karriere bei der SPD nach 38 Jahren nun den Weg nach vorn, hin zur Piratenpartei sucht. Jörg Tauss, der erst vor wenigen Monaten ins Fadenkreuz der Ermittler geraten war, schwenkt seit wenigen Tagen die schwarze Totenkopffahne. Am heutigen Dienstag, war der Politiker als Interviewpartner im Deutschlandradio Kultur zu Gast. Das Thema, das derzeit nicht nur die versammelte Internetgemeinde in Atem hält: Der am vergangenen Mittwoch durch den Bundestag verabschiedete Gesetzesentwurf zur so genannten “Zugangserschwernis zu kinderpornographischen Seiten im Internet”.

Gemeinsam mit Moderator Dieter Kassel erörtert Tauss seine Beweggründe, warum er “Zensursulas” Anliegen in der letzten Woche nicht zugestimmt hat und kurz darauf erst aus der SPD aus- und sofort danach in die Piratenpartei eingetreten ist. “Man muss (…) wissen, dass dieses Gesetz - (…) - nach meiner Auffassung wenig zu tun hat mit dem wirklich schwierigen und ernsten Thema Pornografie mit Kindern”, betont er nachdrücklich. Pornographie mit Kindern werde hier als Waffe missbraucht, um andere Ziele zu erreichen. Zum Beispiel “zur Errichtung einer wirklichen Zensurinfrastruktur in Deutschland”.

Hier weiter mit Gespräch:
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